Motorisierte fußstartfähige Hänge– und Paragleiter

Wer von uns Drachen– und Paragleiterpiloten hat nicht schon einmal geträumt sprichwörtlich in die Luft zu gehen: Seit dem 14. September 2004 ist das auch in Österreich legal möglich. Seit dem Juli 2006 gibt es die ersten motorisierten Flugschulen, die dazu Ausbildungen anbieten.

Voraussetzungen für die Ausstellung der Erweiterungskarte (Lizenz)
  • gültiger HG– oder PG–Schein mit eingetragener Überlandberechtigung (DHV – ÖAeC Flugbuch)
  • Schulung erfolgt nur in einer Mot. HG oder PG zugelassenen österreichischen Flugschule
  • Gültigkeitsdauer der Berechtigung seit dem 26. April 2016 nicht mehr notwendig
  • die neue Lizenz ist eine eigene Erweiterungskarte zum bisherigen HG– & PG–Berechtigung
  • Mindestalter vollendetes 14. Lebensjahr, und unter 18 Jahren nur mit Einwilligung der Eltern
  • körperliche und geistige Eignung
  • die Ausstellung der Erweiterungskarte (Schein) erfolgt durch den ÖAeC

Es gibt keine Anerkennung von im Ausland erworbenen Lizenzen, eine Umschreibung ist daher nicht möglich.

motorisierter Hängegleiter
STRX-600 vyrobyla firma Stradal

Rahmenbedingungen
  • die Ausbildung erfolgt in Österreich in einer vom ÖAeC zugelassenen mot. HG–& PG–Flugschule
  • Außenabflüge und Außenlandungen obliegen dem Landeshauptmann des jeweiligen Bundeslandes
  • eventuelle Naturschutzrechtlichen Auflagen oder Beschränkungen obliegen ebenfalls dem zuständigen Beauftragten des jeweiligen Bundeslandes (im speziellen in Tirol und Salzburg)
  • gesetzliche Halterhaftpflichtversicherung für mot. HG und PG ist obligatorisch
  • in Österreich dürfen nur vom ÖAeC zugelassene Motoren bzw. DULV / ÖAeC zugelassene Paragleiter verwendet werden
  • Überprüfungen erfolgen in der Regel für Paragleiter alle zwei Jahre durch zugelassene Checkbetriebe und bei den Motoren ebenso alle zwei Jahre durch „Bauprüfer” des ÖAeC (Kompatibilitätsprüfung)
Aussenabflug und Aussenlandungen mit motorisiertem HG und PG

Hier ist eine Genehmigung des zuständigen Landeshauptmannes einzuholen, in Tirol z.B. braucht es zusätzlich noch eine Naturschutzrechtlichebewilligung – Zuständigkeiten für das Land Tirol:

  • Aussenabflug und Aussenlandungen: Herr Mag. Klaus Hohenauer (Landhaus) 0512 - 508 - 24 49
  • Naturschutz Rechtliche Bewilligung: Hr. Dr. Andreas Lederer (Landhaus) 0512 - 508 - 28 46
neues Antriebssystem von der Flugausstellung Friedrichshafen 2009

Geräte Haftpflichtversicherung für mot. HG und PG

Hier ist die Auswahl als bescheiden zu betrachten, allerdings gibt es einige Versicherungsanstalten welche auch mot. HG & PG versichern.

Zulassung und Überprüfung von Motoren für mot. HG und PG

Die Zuständigkeit liegt hier beim Aero Club. Mit Jänner 2006 wurde die Übertragungs Verordnung an den ÖAeC vollzogen. Zuständig für die Musterzulassung in Österreich ist hier bei der Einreichung der Anträge:

ÖAeC (Sft) Brigitte Kari - Blatt Gasse 6 A - 1030 Wien Tel. 01 718 72 97 10 - Stocker Willibald Mobil 0650 - 47 007 48

Wie viele In– bzw. Ausländische Firmen letztendlich eine Zulassung ihres Mot. Systeme in Österreich beantragen werden ist bis dato noch offen.

mot. PG beim Mot. Treffen in Mazarack

Faszination Motorschirm Fliegen

Der Motorschirm fasziniert durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten, unabhängig von Bergen, Winden oder Helfern. Wenige Meter Anlauf genügen, um aus der Ebene in die Luft zu gelangen. Ein Motorschirm passt in fast jeden Fahrzeugkofferraum und ermöglicht den Piloten intensive Landschaftseindrücke, egal ob wenige Zentimeter über dem Erdboden oder über den Wolken in luftigen Höhen; selbst an exotischen Orten, wo Drachen– oder Gleitschirmflüge unmöglich sind. Auch Thermikflüge mit abgestelltem Motor können problemlos durchgeführt werden. In diesem Fall nutzt der Pilot den Motor lediglich als Aufsteighilfe.

Motorschirmfliegen lässt sich wesentlich besser mit der Familie im Einklang bringen als das bei motorlosen Luftsportgeräten der Fall ist. Keine langen Anfahrten in die Berge, kein langes Warten auf den richtigen Wind. Ein Streckenflug vor dem Frühstück oder nach dem Abendessen; alles kein Problem. Dies alles mit Rückkehrgarantie. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Fußstartgeräte werden in Sachen Mobilität durch Motorschirm–Trike–Konzepte, wie z.B. dem Flyke ( fliegendes Fahrrad) oder den bereits entwickelten Motorschirm–Car–Planes (fliegendes Auto) noch um einiges übertroffen. Und das alles bei relativ hohem Sicherheitspotential.

neues Antriebssystem von der Flugausstellung Friedrichshafen 2009

Einsatzmöglichkeiten mot. HG und PG

Wem das Fliegen schon in die Wiege gelegt wurde, den läßt es nicht mehr los. Und weil die Zeit in unseren Breiten wo man diese Sportart ausüben kann sehr beschränkt und kurz ist, war die Idee ein Zubehör zu entwickeln mit dem man diese übrige Zeit auch fliegen kann geboren.

Das Hängegleiterhilfsmotor(HHM-)System:
Wo liegen die Möglichkeiten das HHM-System einzusetzen ?
  • wenn keine Thermik mehr vorhanden ist
  • in der Herbst- und vor allem in der lange anhaltenden, stabilen Winterzeit
  • am frühen Morgen und Abend; auch an stabilen Sommertagen
  • für Überland- bzw. Streckenflüge
  • Flüge im Flachland oder wo nur niedere Berge vorhanden sind
  • um Ausgangshöhen zu erreichen, und dann thermisch weiterfliegen zu können
  • für Such- und Überwachungsflüge etc.
Am Hängegleiter wird nichts verändert - wo liegen die Vorteile des HHM-Systems ?
  • das Gerät kann ohne jede Umstellung mit oder ohne Hilfsmotor geflogen werden
  • eine schnelle Montage ohne Werkzeug
  • Die Einheit ist flexibel montiert, es werden die Schwingungen auf das Gerät weitgehend vermieden
  • Der Gasdrehgriff und Zündschalter sind auf der Basis montiert, der Pilot hat das Gerät wie gewohnt in der Hand
  • Eine Umstellung des Schwerpunktes ist nicht notwendig, das Eigenleben des Hängegleiters wird nicht beeinflußt
  • Start und Landung wie bisher, oder liegend, Räder an der Basis
  • Angenehmes Flugverhalten durch den Zugpropeller
  • Transport wie bisher Gerät auf dem Dach, Motor im Kofferraum (Pkw oder Kombi)
  • Gurtzeug, Fallschirm und weiteres Zubehör bleibt beibehalten

Weil jeder herkömmliche neuzeitliche Hängegleiter für das Fliegen mit Hilfsmotor ohne jegliche Veränderungen am Gerät Verwendung findet, bleibt der Anschaffungspreis bereits auf die Motoreinheit begrenzt. Bei Vorführungen und Einschulungen durch konzessionierte Hängegleiterschulen können weitere Details und technische Daten weitervermittelt werden.

von li. nach re.: Erfinder und Konstrukteur – Dr. Hans Nagl, Pilot – Bruno Girstmair, Montage & Verkauf – Blaim Wolfgang

Neuer „Nagl-Motor”

Auch das ist möglich, denn es bietet allen Piloten die Möglichkeit, Ihren Solo–Hängegleiter mit ein paar wenigen Veränderungen zu motorisieren.

Dr. Hans Nagl hat für sein Nagl–System einen völlig neuen Motor entwickelt. Das Konzept bleibt dabei gleich. Umrüstung eines Systems mit Solo Motor ist mit wenig Aufwand möglich, da Getriebe und Propeller gleich bleiben. Hier einige Daten:

  • Hubraum: 180 ccm Kühlung: Zwangskühlung durch Gebläse
  • Steuerung: Membrangesteuert Zündung: Vollelektronisch mit drehzahlabhängiger Zündzeitpunktverstellung.
  • Vergaser: Schwimmervergaser
Prototypen «paramotor trike» überwintern in der Garage